Star Trek: Lebe Lang und in Frieden, 60 Jahre Star Trek, Jubiläum, Markenrecht, Rechtsanwalt

Lebe Lang und

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Am 08.09.1966 lief auf dem US-Sender NBC die erste Folge einer Serie, die schon nach der zweiten Staffel vor der Absetzung stand. Heute, am 08.09.2026 wird dieses Franchise 60 Jahre alt und verfügt heute über ein umfangreiches Markenportfolio. Was verrät Star Trek nach sechs Jahrzehnten über eine funktionierende Markenstrategie und welchen Einfluss hatte Star Trek auf Innovationen?

Vom Beinahe-Aus zur Weltraum-Ikone

Die Ausstrahlung der ersten Folge „The Man Trap“ am 08.09.1966 markiert die Geburtsstunde von Star Trek. Die von Gene Roddenberry entwickelte Serie stand bereits nach der zweiten Staffel vor dem Aus. Erst eine Fans organisierte Briefkampagne, die NBC nach verbreiteten Berichten mehr als 100.000 Zuschriften einbrachte, bewog den Sender dazu, im Anschluss die Verlängerung um eine dritte Staffel live im Programm anzukündigen. Die dritte Staffel lief vom 20.09.1968 bis zum 03.06.1969, danach wurde die Serie zunächst eingestellt. Erst der spätere Erfolg in der Syndication, dem Weiterverkauf der Wiederholungsrechte an lokale Sender, legte den wirtschaftlichen Grundstein für alles, was danach kam.

Paramount feiert das 60-jährige Jubiläum das gesamte Jahr 2026 über unter dem Motto „Space for Everybody“. Die Feierlichkeiten wurden am 01.01.2026 mit einem eigenen Wagen bei der Rose Parade in Pasadena eröffnet. Der eigentliche Jahrestag, der 08.09.2026, bildet den Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

Aus der ursprünglichen Fernsehserie ist über sechs Jahrzehnte ein Franchise mit 13 Kinofilmen und mittlerweile mehr als zehn Fernsehserien geworden. Von der Originalserie „Star Trek“ über „The Next Generation“, „Deep Space Nine“, „Voyager“ und „Enterprise“ bis zu Serien wie „Discovery“, „Picard“, „Lower Decks“, „Prodigy“ und „Strange New Worlds“. Zum 60. Jubiläum kam mit „Star Trek: Starfleet Academy“ eine weitere Serie hinzu, deren erste Staffel am 15.01.2026 startete und am 12.03.2026 endete.

Wie Kommunikator und Tricorder reale Technik beeinflusst haben

Star Trek gilt in der Technikbranche seit Jahrzehnten als Ideengeber. Der Mobiltelefon-Erfinder Martin Cooper hat wiederholt öffentlich erklärt, dass der aufklappbare Communicator der Originalserie ihn bei der Entwicklung des ersten tragbaren Mobiltelefons inspiriert habe. Auch Motorolas späteres Klapphandy StarTAC wird häufig mit dem Requisit in Verbindung gebracht. Auch der tablet-ähnliche PADD aus späteren Serien wird in der Technikpresse gerne als gedankliches Vorbild für heutige Tablet-Computer genannt.

Besonders konkret wurde die Vorbildfunktion beim Tricorder, dem multifunktionalen Handscanner der Serie. Der Chiphersteller Qualcomm und die XPRIZE Foundation lobten 2012 mit der Tricorder-XPRIZE-Competition ein Preisgeld von zehn Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines tragbaren Diagnosegeräts aus, das Laien ohne ärztliche Hilfe zur Gesundheitseinschätzung nutzen können. Der Wettbewerb wurde 2016 entschieden, ein US-amerikanisches und ein taiwanesisches Team erhielten die Hauptpreise für Prototypen, die mehrere Vitalwerte und Krankheitsbilder non-invasiv erfassen konnten. Die Geräte blieben zwar hinter der fiktiven Vorlage zurück, zeigen aber, wie eine fiktive Erfindung reale Forschungsgelder mobilisieren kann.

Auch der raumfüllende Sichtschirm auf der Kommandobrücke, der in der Originalserie an die Stelle eines Fensters trat, wird in der Technikpresse gelegentlich als frühes Gedankenspiel für die heute üblichen großformatigen Flachbildschirme angeführt, die in den 1960er-Jahren noch als reine Zukunftsvision galten.

Klingonisch wird zur Kunstsprache mit eigenem Wörterbuch

Eine Besonderheit des Franchise ist unter anderem die eigens entwickelte Sprache der Klingonen. Der Linguist Marc Okrand erweiterte 1985 erste von Schauspieler James Doohan entworfene Lautfolgen zu einer vollständigen Kunstsprache. Im selben Jahr veröffentlichte er das Buch „The Klingon Dictionary„. 1992 gründete sich das Klingon Language Institute. Dieses gibt seither eine eigene Fachzeitschrift heraus und hat unter anderem eine vollständige Übersetzung von Shakespeares „Hamlet“ ins Klingonische erarbeitet. Am 15.03.2018 brachte der Sprachlern-Anbieter Duolingo unter Lizenz von CBS Consumer Products einen kostenlosen Klingonisch-Kurs heraus, der jedoch mangels ausreichender Nutzerzahlen im Jahr 2021 wieder eingestellt wurde.

Ein Markenportfolio wie ein Sternenatlas

Diese schiere Menge an Titeln, Figuren und Erfindungen ist zugleich der Grund, warum das Markenrecht für ein solches Franchise eine große Rolle spielt. CBS Studios Inc. als Rechteinhaberin hat global umfangreichen Schutz für Marken des Star Trek Universums. Allein im Unionsmarkenregister des EUIPO finden sich zahlreiche Marken. Geschützt ist dabei nicht nur der Serientitel selbst, der als Wortmarke STAR TREK eingetragen wurde. Ebenso als eigene Marken gesichert sind Figurennamen wie COMMANDER WILLIAM RIKER, LT. COMMANDER DATA, CAPTAIN JEAN-LUC PICARD und natürlich SPOCK. Aber auch Völkernamen wie KLINGON oder FERENGI wurden angemeldet. Ebenso Technikbegriffe wie TRICORDER, PHASER und COMMUNICATOR. Auch bekannte Redewendungen der Serie wie LIVE LONG AND PROSPER, TO BOLDLY GO, RESISTANCE IS FUTILE und BEAM ME UP SCOTTY finden sich als eigenständige Marken im Register.

Auch Symbole wie das Logo der Sternenflotte oder das Grußzeichen der Vulkanier hat sich CBS Studios als Bildmarken schützen lassen.

Die Anmeldung verteilen sich dabei auf eine Vielzahl von Klassen. Von pharmazeutischen und medizinischen Erzeugnissen der Klasse 5 über Bekleidung, Schmuck und Spielwaren bis zu Werbedienstleistungen der Klasse 35 und Verpflegungsdienstleistungen der Klasse 43. Dahinter liegt ein breitgefächertes Merchandising-Geschäft rund um das Franchise.

Was Unternehmen von dieser Markenstrategie lernen können

CBS Studios schützt nicht nur den Haupttitel, sondern auch Nebenfiguren, Zitate und technische Fantasiebegriffe in mehreren Warenklassen gleichzeitig. Diese Breite eröffnet erst die Möglichkeit, das Merchandising an spezialisierte Partner zu vergeben, ohne die Kontrolle über das jeweilige Zeichen zu verlieren.

Wer wie CBS Studios kaum ein Produkt unter den eigenen Marken selbst fertigt, ist auf tragfähige Lizenzverträge mit Herstellern von Spielwaren, Kleidung oder Sammlerartikeln angewiesen. Unsere Beratung zu Markenlizenzen zeigt in der Praxis regelmäßig, dass gerade die Qualitätssicherung und die Kontrolle der Lizenznehmer entscheidend dafür sind, ob eine Marke langfristig ihren Wert behält.

Die konsequente und oft frühzeitige Registrierung von Titeln des STAR TREK Franchise ist dabei wichtig. Man sollte Marken bereits in der Entwicklungsphase eines neuen Produkts sichern und nicht erst nach dessen Markteinführung, wenn Trittbrettfahrer möglicherweise bereits reagiert haben.

Fazit

Star Trek zeigt auch nach 60 Jahren, dass eine konsequente Markenstrategie kein Nebenprodukt des kreativen Erfolgs ist, sondern diesen erst wirtschaftlich absichert. CBS Studios kann so aus einem fiktiven Universum ein tragfähiges Lizenzgeschäft machen, das weit über Fernsehen und Kino hinausreicht.

Offen bleibt dabei, ob tatsächlich jede der älteren, sehr spezifischen Eintragungen einer Nichtbenutzungseinrede standhalten würde.

Für Unternehmen liegt die praktische Lehre weniger in der schieren Größe des Portfolios als in der Disziplin dahinter. Wer neue Produkte, Figuren oder Slogans frühzeitig anmeldet, die Benutzung dokumentiert und die Lizenzierung an Dritte sauber vertraglich regelt, sichert den wirtschaftlichen Wert seiner Kennzeichen unabhängig davon, ob das eigene Unternehmen 60 Jahre oder erst wenige Jahre am Markt ist. Auch für Marken gilt: Lebe lang und in Frieden.

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