Das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein Papier zu "Generative KI-Modelle - Chancen und Risiken für Industrie und Behörden" veröffentlicht.

Generative KI

Chancen und Risiken

von

Zusammenfassung des Berichts des BSI zu generativen KI-Modellen.

BSI Untersucht Generative Ki-Modelle

Das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein Papier zu „Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken für Industrie und Behörden“ veröffentlicht. Das Dokument des BSI befasst sich mit den Potenzialen und Gefahren, die von generativen KI-Modellen ausgehen. Ziel ist es, Unternehmen und Behörden für den sicheren Umgang mit diesen Technologien zu sensibilisieren und Hinweise für eine fundierte Risikoanalyse zu geben. Dabei werden nicht nur technische Aspekte, sondern auch organisatorische Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus der Modelle betrachtet.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist verantwortlich für die Förderung der IT-Sicherheit in Deutschland und fungiert als zentrale Anlaufstelle für Fragen der Informationssicherheit. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Abwehr von Gefahren für die IT-Systeme des Bundes, die Entwicklung von Sicherheitsstandards, die Prüfung und Zertifizierung von IT-Produkten sowie die Beratung von Behörden, Unternehmen und Bürgern in Sicherheitsfragen der Informationstechnologie.

Arten generativer KI-Modelle

Das BSI unterscheidet in seinem Bericht drei Hauptkategorien generativer KI-Modelle:

  • Große KI-Sprachmodelle (LLMs, Large Language Models): Diese Modelle, basierend auf Transformer-Architekturen, erzeugen textuelle Inhalte. Sie sind in der Lage, Texte zu schreiben, zu analysieren und zu übersetzen und werden zunehmend in Chatbots und Assistenzsystemen eingesetzt.
  • Bildgeneratoren: Diese Modelle verarbeiten Texte oder Bilder als Eingabe und erzeugen daraus realistische oder stilisierte Bilder. Technisch basieren sie häufig auf Generative Adversarial Networks (GANs) oder Diffusionsmodellen.
  • Videogeneratoren: Diese Modelle erzeugen Videos auf Basis von Texten oder Bildern. Sie sind eine Erweiterung der Bildgeneratoren, enthalten jedoch eine zeitliche Dimension zur Sequenzgenerierung.

Chancen generativer KI-MOdelle

Das BSI beschreibt, das generative KI-Modelle in vielen Bereich erhebliches Potential haben können:

  • Automatisierung und Effizienzsteigerung: LLMs können Dokumente, Berichte oder Code generieren, während Bild- und Videogeneratoren kreative Prozesse in der Film- und Werbeindustrie unterstützen.
  • Verbesserung der IT-Sicherheit: Generative KI kann bei der Erkennung von Schwachstellen, der Analyse von Bedrohungen oder der Visualisierung von Sicherheitsarchitekturen helfen.
  • Optimierung im Design und Marketing: Bildgeneratoren erleichtern die Erstellung von Prototypen und Visualisierungen, während Videogeneratoren realistische Simulationen ermöglichen.
  • Wissenschaftliche und medizinische Anwendungen: KI kann synthetische Trainingsdaten erzeugen, Bildqualität verbessern oder wissenschaftliche Daten visualisieren.

Risiken generativer KI-MOdelle

Das BSI sieht neben den Chancen auch erhebliche Risiken. Das BSI unterteilt diese in drei Komplexe:

1. Risiken bei ordnungsgemäßer Nutzung

Selbst ohne Missbrauch können generative KI-Modelle erhebliche Probleme verursachen:

  • Abhängigkeit von Anbietern: Unternehmen sind auf externe KI-Anbieter angewiesen, deren Trainingsdaten, Algorithmen und Sicherheitsmaßnahmen oft nicht transparent sind.
  • Fehlende Vertraulichkeit: Generierte Inhalte können personenbezogene oder geschützte Daten enthalten, die ungewollt weiterverwendet werden.
  • Fehlende Qualitätssicherung: KI kann fehlerhafte oder verzerrte Ergebnisse liefern, die schwer zu erkennen sind (sog. „Halluzinationen“ bei Sprachmodellen).
  • Automatisierungsfehler: Insbesondere bei Sprachmodellen besteht das Risiko, dass sie imperativ formulierte Anweisungen falsch interpretieren und ungewollte Handlungen auslösen.

2. Missbräuchliche Nutzung

KI-Modelle können gezielt für schädliche Zwecke eingesetzt werden:

  • Deepfakes und Falschinformationen: Bild- und Videogeneratoren können täuschend echte Fake-Inhalte erzeugen, die zur Manipulation in Medien oder zur Rufschädigung von Personen verwendet werden.
  • Phishing und Social Engineering: Sprachmodelle erleichtern die Erstellung überzeugender Phishing-Mails oder die Imitation von Schreibstilen für Betrugsversuche.
  • Missbrauch für Cyberkriminalität: KI kann genutzt werden, um Schadsoftware zu generieren oder Sicherheitsmechanismen gezielt zu umgehen.

3. Angriffe auf KI-Modelle

Neben der missbräuchlichen Nutzung gibt es gezielte Angriffe auf KI-Systeme selbst:

  • Poisoning Attacks: Angreifer manipulieren Trainingsdaten, um fehlerhafte oder absichtlich schädliche Ausgaben zu erzeugen.
  • Privacy Attacks: KI kann zur Rekonstruktion sensibler Trainingsdaten missbraucht werden.
  • Evasion Attacks: Angriffe zielen darauf ab, die Erkennungsmechanismen von KI-Modellen zu umgehen.

Zusammenfassung

Der Bericht des BSI stellt eine Analyse generativer KI-Modelle dar, indem er sowohl deren Potenziale als auch ihre Bedrohungen in den Fokus rückt. Er bietet eine systematische Einordnung der Risiken nach Nutzungsszenarien und Angriffstechniken. Unternehmen die sich mit dem Thema generative KI auseinandersetzen finden hier wertvolle Ansätze, die beim Einsatz solcher KI-Modelle zu berücksichtigen und zu bedenken sind.

Der Bericht differenziert zwischen ordnungsgemäßen Risiken, Missbrauch und Angriffen, wodurch eine strukturierte Gefahreneinschätzung ermöglicht wird. Zudem betont das BSI die Notwendigkeit einer individuellen Risikoanalyse für Unternehmen und Behörden, bevor diese generative KI-Modelle in ihre Prozesse integrieren.

Fazit

Obwohl das BSI-Papier einen umfassenden Rahmen zur Bewertung und Sicherung generativer KI-Modelle bietet, erscheint die praktische Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen in vielen Unternehmen als herausfordernd. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen könnten Schwierigkeiten haben, die erforderlichen Ressourcen für eine kontinuierliche Risikoanalyse und Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen bereitzustellen. Zudem bleibt die Frage offen, inwieweit die Dynamik und die schnelle Weiterentwicklung der KI-Technologien in den empfohlenen Maßnahmen ausreichend berücksichtigt werden. Das Papier bietet aber eine erste Orientierung für Unternehmen, die generative KI-Modelle einsetzen.

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